Bedeutung der Zahl 7 – Sieben – Die Zahl 7 in sieben Stichpunkten erklärt

Bedeutung der Zahl Sieben - 7

Welche Bedeutung hat die Zahl 7 – Sieben? In diesem Artikel gehen wir der Frage auf den Grund, was die 7 – Sieben so besonders macht.

Zweifelsohne ist die 7 eine ganz besondere Zahl. Man könnte sogar sagen: Die 7 ist die Zahl der Zahlen.

#1 Die Zahl 7 – Sieben in der Mathematik

Die Zahl 7 (Sieben) ist die natürliche Zahl zwischen der Zahl 6 (Sechs) und der Zahl 8 (Acht). Die Zahl 7 ist eine ungerade Zahl und somit eine Primzahl.

1.1 Was ist eine Primzahl?

Definition Primzahl in Kürze

Primzahl bedeutet wörtlich „Zahl erster Klasse“ oder „erste Zahl“. Der Vorsatz „Prim“ entstammt dem Lateinischen „Primus“, was wörtlich „Erster“ bedeutet.

Eine Primzahl ist eine natürliche Zahl und lässt sich nur durch 1 oder durch sich selbst teilen. Somit hat eine Primzahl genau zwei natürliche Zahlen als Teiler[note]Armin Leutbecher: Zahlentheorie: Eine Einführung in die Algebra. Springer, 1996, ISBN 3-540-58791-8, S. 18, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche[/note].

1.2 Mathematische Besonderheiten der Zahl 7

Die 7 ist die niedrigste Generatorzahl (auch zyklische Zahl oder Phönixzahl[note]Endre Hódi (Hrsg.): Mathematisches Mosaik, Urania, Leipzig 1977[/note]) in der Menge der natürlichen Zahlen.

Wer gut im Kopfrechnen ist, der kann sich die Teilbarkeit durch 7 anhand eines „einfachen“ Algorithmus zunutze machen:

Die zyklische Zahl der 7 lautet „142857“. Das Ergebnis der Division natürlicher Zahlen durch 7 kann nun theoretisch auch ohne Taschenrechner berechnet werden.

Siehe:

  • 1 : 7 = 0,142857142857…
  • 2 : 7 = 0,285714285714…
  • 3 : 7 = 0,428571428571…

#2 Verschiedene Schreibweisen der 7: mit und ohne Querstrich

Zahl 7 mit Querstrich

Die moderne Schreibweise der Zahl 7 in unseren Breitengraden ist ohne Querstrich. Jedoch wird und kann die Sieben auch in Deutschland weiterhin mit Querstrichakzent (sieh Bild) geschrieben werden.

Der Querstrich in der Mitte dient der besseren Unterscheidbarkeit zur Zahl 1, die je nach Schreibstil der 7 zum Verwechseln ähnlich sehen kann.

#3 Die Sieben in der Antike: Die Zahl der Lebensrythmen (ab 800 v. Chr.)

Die Verehrung der Zahl 7 reicht bis in die Antike. Vom griechischen Philosophen Philolaos (ein Schüler des Pythagoras) wurde im 5. Jahrhundert vor Christus ein Hymnus auf die Zahl 7 geschrieben. Diese Verehrung kam nicht von ungefähr.

Pythagoras gründete im 6. Jahrhundert vor Christus eine Schule in Süditalien. Seine Schüler und Anhänger (unter ihnen auch sein Schüler und späterer Philosoph Philolaos) nannten sich „Pythagoreer“. Diese wiederum glaubten, dass Zahlen mit geheimnisvollen Kräften ausgestattet seien und nicht zuletzt sogar das Weltgeschehen regelten.

Die Zahl ist das Wesen aller Dinge (Pythagoras)[note]Pythagoras und die Pythagoreer / http://mathe-abakus.fraedrich.de/mathematik/pythagoras.html[/note]

Als „Antike“ wird eine Epoche im Mittelmeerraum (Griechenland, Italien) bezeichnet, die von etwa 800 v. Chr. bis ca. 600 n. Chr. reicht. Auch wenn diese Zeit gemäß unseres Zeitverständnis sehr weit zurückliegt, so begann die Verehrung der Zahl Sieben bereits sogar noch früher. Nämlich schon tausende Jahre vor Christus…

#4 Sonderstellung der Zahl 7 im Altertum (ab 4.500 v. Chr.)

Der Begriff „Altertum“ beschreibt die Epoche der mediterran-vorderasiatischen Zivilisationen ab dem Ende der prähistorischen Zeit (ab Mitte 4. Jahrtausend v. Chr.) bis zum beginnenden Mittelalter (ab 6. Jahrhundert n. Chr.).

Für die Menschen im Altertum hatte die Zahl Sieben eine ganz besondere Stellung im Weltgeschehen. Die Menschen zu jener Zeit nutzten die Zahlen nicht nur zum Rechnen, sondern sie maßen ihnen eine geradezu mystische Bedeutung bei. Allen voran der Zahl 7.

Die Alten wussten, dass ein Mondzyklus 28 Tage hat. Sie rechneten 1+2+3+4+5+6+7=28. Dass man durch die einfache Addition der ersten sieben natürlichen Zahlen auf die genaue Anzahl der Mondzyklen (28 Tage) kommt, war für die Menschen jener Zeit der mathematische Beweis, dass die Sieben eine ganz besondere Stellung im Weltgeschehen haben muss.

#5 Die 7 und die Gesamtordnung des Kosmos in Babylonien (ab 2.300 v. Chr.)

Neben der unübersehbaren Sonne und dem Mond wurden auch Planeten wie Mars, Venus, Merkur, Jupiter und Saturn bereits von frühen Gesellschaften erkannt und auf ganz verschiedene Weise interpretiert. Nicht selten wurden die Himmelsgestirne mit Göttern oder Gottheiten gleichgesetzt.

Zählt man die Sonne, den Mond und die fünf genannten Planeten aus der Sonnenumlaufbahn zusammen, dann kommt man auf die Zahl 7.

5.1. Die sieben Tage der babylonischen und der germanischen Woche

Die sieben Tage einer Woche, die wir auch heute noch gebrauchen, stammen aus babylonischer Zeit. Zu Zeiten Babylons glaubte man an das geozentrische Weltbild. Dieses besagte, dass sich die Erde im Mittelpunkt des Universums befindet und dass sie von allen anderen Himmelskörpern umkreist wird.

Die von den Babyloniern auf den ersten Blick gut erkennbaren beweglichen Himmelskörper waren die folgenden Sieben:

  1. Sonne
  2. Mond
  3. Mars
  4. Venus
  5. Merkur
  6. Saturn
  7. Jupiter

Aufgrund ihrer augenscheinlichen Präsenz und gleichzeitigen Unerreichbarkeit wurden diese Himmelskörper als sich um die Erde bewegende Götter angesehen[note]Johann Jakob Herzog, Real-Enzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche, 17. Band, 1863, S. 256[/note].

Die sieben babylonischen Wochentage waren:

  1. Tag der Sonne
  2. Tag des Mondes
  3. Tag des Mars
  4. Tag des Merkur
  5. Tag des Jupiter
  6. Tag der Venus
  7. Tag des Saturn

Im 4. Jahrhundert wurden die Namen der Wochentage dann von den Germanen in römische Gottheiten umbenannt, welche ungefähr den germanischen Gottheiten entsprachen. Von den Christen wurde später versucht, heidnische Wochentagsnamen durch biblische Wochentagsnamen zu ersetzen. Das gelang im deutschsprachigen Raum jedoch nur beim Samstag und beim Mittwoch.

Zum Vergleich die deutschen Wochentagsnamen nach germanischem Kalender:

  1. Montag: Tag des Mondes – Mani (Gott des Mondes)
  2. Dienstag: Tag des Tiu / Ziu / Tyr (Gott des Kampfes)
  3. Mittwoch: Tag des Odin / Wotan / Wodan (Hauptgott der nordischen Mythologie)
  4. Donnerstag: Tag des Thor / Donar / Thunar (Donnergott)
  5. Freitag: Tag der Frija / Frigg / Frigga (Gemahlin von Odin)
  6. Samstag: Tag des Saturn / Sabbat (= Ruhetag aus dem Jüdischen stammend)
  7. Sonntag: Tag der Sonne (Sol = personifizierte Sonne)

#6 Sieben Tugenden und sieben Laster

Im Christentum hatte und hat die Zahl 7 eine geradezu erdrückende Allgegenwärtigkeit. Hier setzt sie sich aus der göttlichen Dreifaltigkeit (Vater, Sohn und heiliger Geist) und den vier irdischen Elementen (Erde, Wasser, Feuer und Luft) zusammen.

6.1 Einige Beispiele für das Vorkommen der Zahl 7 im Christentum

Die 7 Gaben des heiligen Geistes:

  1. Weisheit
  2. Verstand
  3. Rat
  4. Stärke
  5. Wissenschaft
  6. Frömmigkeit
  7. Gottesfurcht

Die sieben Freuden Mariens:

  1. Anbetung der Könige
  2. Mariä Verkündigung
  3. Mariä Heimsuchung
  4. Geburt Jesu
  5. Auferstehung Jesu
  6. Wiederfinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel
  7. Aufnahme Mariens in den Himmel mit Krönung

Die sieben Schmerzen Mariens:

  1. Begegnung zwischen Jesus und seiner Mutter am Kreuzweg
  2. Darstellung Jesu im Tempel mit Weissagung Simeons
  3. Flucht nach Ägypten
  4. Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel
  5. Kreuzigung Jesu
  6. Kreuzabnahme und Übergabe des Leichnams an Maria
  7. Grablegung Jesu

Die sieben Tugenden im Katholizismus:

  1. Glaube
  2. Hoffnung
  3. Liebe
  4. Klugheit
  5. Gerechtigkeit
  6. Tapferkeit
  7. Mäßigung

Die sieben Laster im Katholizismus:

  1. Stolz
  2. Geiz
  3. Wollust
  4. Neid
  5. Völlerei
  6. Zorn
  7. Trägheit

Die sieben Werke der Barmherzigkeit:

  1. Hungrige speisen
  2. Durstige tränken
  3. Fremde beherbergen
  4. Nackte kleiden
  5. Kranke pflegen
  6. Gefangene besuchen
  7. Tote bestatten

Die sieben Gaben des Heiligen Geistes:

  1. Weisheit
  2. Verstand
  3. Rat
  4. Stärke
  5. Wissenschaft
  6. Frömmigkeit
  7. Gottesfurcht

Die sieben Sakramente:

  1. Taufe
  2. Firmung
  3. Eucharistie
  4. Beichte
  5. Ehe
  6. Priesterweihe
  7. Krankensalbung

Des Weiteren:

  • Die sieben Reiter der Apokalypse
  • In den Evangelien: Die sieben letzten Worte von Jesus Christus am Kreuz und die sieben Ich-bin-Worte
  • Das Buch mit sieben Siegeln (siehe: ausführliche Beschreibung im fünften Buch des Johannes im neuen Testament)
  • Die sieben Posaunen (siehe: Die Offenbarung des Johannes oder Die Apokalypse)
  • Die sieben Gleichnisse (siehe: Liste der Gleichnisse Jesu im neuen Testament)
  • Die sieben Bitten im Vaterunser
  • Die sieben Plagen der Endzeit (siehe: Offenbarung des Johannes im neuen Testament)
  • Die sieben römischen Pilgerkirchen (= die Kirchen die bei Pilgerreisen nach Rom die wichtigste Rolle spielen)
  • Die sieben Wunder des Jesus von Nazaret (siehe: Neues Testament)

#7 Die 7 im täglichen Gebrauch

Die Zahl 7 als Lieblingszahl

Auf die Frage, welche Zahl zwischen 0 bis 10 die Lieblingszahl sei, antworten laut verschiedener Tests viele der Befragten: Die Zahl 7.

Frage dich mal selbst, was du auf diese Frage antworten würdest. Welche Zahl ist deine Lieblingszahl?

Er sie oder es ist ein Buch mit 7 Siegeln

Viele umgangssprachliche Redewendungen im täglichen Gebrauch beziehen sich auf die Zahl 7 als symbolische Zahl. Oft nutzen wir diese Redewendungen, ohne eigentlich genau zu wissen, woher sie stammen und was sie genau ausdrücken. Bestes Beispiel hierfür ist das bereits erwähnte Buch mit 7 Siegeln.

Dieser Ausdruck kann in vielen Alltagssituationen Verwendung finden. Z.B. kann man so eine Person beschreiben, die sehr verschwiegen ist. Die Redewendung des Buchs mit sieben Siegeln kann sich aber auch auf eine technische Anleitung beziehen, die so schwer verständlich gestaltet ist, dass sie sich eben wie ein Buch mit 7 Siegeln liest.

Dass der Begriff des Buchs mit 7 Siegeln seinen Ursprung in einer Beschreibung des Johannes im neuen Testament hat, das wissen wohl nur die wenigsten.

 Und ich sah auf der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, eine Buchrolle; sie war innen und auf der Rückseite beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt[note]BibleServer / Das versiegelte Buch und das Lamm / https://www.bibleserver.com/text/EU/Offenbarung5[/note].

Über 7 Brücken musst du gehen

Der Song „Über sieben Brücken musst du gehen“ stammt ursprünglich von der ostdeutschen Rockgruppe Karat und erschien 1979 in der ehemaligen DDR. Später coverte ihn Peter Maffay und nach ihm viele weitere Künstler. Das Lied „Über sieben Brücken musst du gehen“ gehört zu den bekanntesten deutschen Songs überhaupt.

Der Refrain:

Über sieben Brücken musst du gehn,
sieben dunkle Jahre überstehn,
siebenmal wirst du die Asche sein,
aber einmal auch der helle Schein[note]Über sieben Brücken musst du gehen – Songtext / http://www.songtexte.com/songtext/karat/uber-sieben-brucken-musst-du-gehn-23ce4417.html[/note].

Packe deine Siebensachen zusammen

Wie du aus der Überschrift erkennen kannst, so hat der umgangssprachliche Begriff der 7 Sachen einen so hohen Stellenwert, dass er sogar ein eigenes Substantiv zugesprochen bekommt. Siehe: Die Siebensachen

Der Ausdruck der Siebensachen stammt aus dem 17. Jahrhundert und beschreibt anhand der Menge 7 Sachen bildlich die wichtigsten Habseligkeiten, die man im Falle eines Umzugs oder einer überstürzten Abreise sofort zur Hand haben sollte.

Der Ausspruch „Pack deine Siebensachen“ kann abhängig von den äusseren Umständen unterschiedlich verstanden werden. Einerseits kann es im freundschaftlichen Jargon bedeuten, dass man seine Sachen schnappen soll, damit die Unternehmung endlich beginnen kann.

Die Redewendung kann aber auch als unverständliche Aufforderung zum sofortigen Abhauen Verwendung finden. Siehe: „Pack endlich deine sieben Sachen und verschwinde.“ In diesem Zusammenhang ist es dann gleichbedeutend mit „Hau ab.“

Mit Siebenmeilenstiefeln unterwegs sein

Auch dieser Begrifflichkeit wurde ein eigenes Substantiv gewidmet. Der Ausdruck der Siebenmeilenstiefel entstammt ursprünglich dem aus dem Ende des 17. Jahrhunderts von Charles Perrault stammenden Märchens „Der kleine Däumling“ (Im Französischen: „bottes de sept lieues“).

In Märchen, in der Mythologie und auch umgangssprachlich bezeichnen Siebenmeilenstiefel Stiefel, die dem Träger besondere bzw. zauberhafte Fähigkeiten verleihen, mithilfe derer er schneller vorankommt, als ohne diese Stiefel.

Im Sprachgebrauch wird auch die Redewendung „Ziehe deine Siebenmeilenstiefel an“ verwendet, die dann dem Angesprochenen bereits von vornherein suggerieren soll, dass er unterwegs nicht trödeln soll.

Sich im siebten Himmel befinden oder auf Wolke 7 schweben

Man kann sich auf dem Weg in den siebten Himmel befinden oder man ist schon dort. Oder besser noch, man schwebt auf Wolke 7 durch den siebten Himmel. Das wäre dann Genuss in höchster Vollendung.

Wer sich im siebten Himmel aufhält oder auf Wolke 7 schwebt, der befindet sich in einem Zustand höchster Glückseligkeit. Diese Ausdrucksweisen werden vor allem dann verwendet, wenn wir uns in einem Moment außergewöhnlicher Hochstimmung befinden oder wenn wir verliebt sind.

Sieben Jahre Pech und dann sieben Jahre Glück

Wohl jeder, selbst nichtabergläubische Zeitgenossen, geht mit Spiegeln so sorgfältig um, dass diese ja nicht zu Bruch gehen. Denn der Volksmund sagt, dass nach dem Zerbrechen eines Spiegels sieben Jahre Pech auf den Spiegelzerbrecher warten.

Wer geduldig ist, der muss den zerbrochen Spiegel nicht als allzu schlimmes augurio betrachten. Denn nach diesen sieben Jahren Pech sollen dann sieben Jahre des Glücks kommen.

Es ist eben alles relativ zu betrachten. Nach dem Ab kommt auch wieder ein Auf. Und hinter jedem Baum wo Schatten ist, da steht unweigerlich die Sonne.

Fazit

Die Zahl 7 ist die Zahl der Zahlen. Schon im Altertum sahen die Menschen in dieser Zahl etwas ganz besonderes. In der Mathematik ist die 7 einzigartig. Und im täglichen Sprachgebrauch ist sie allgegenwärtig. Für viele ist die Zahl 7 die Lieblingszahl oder sogar die Glückszahl.

Welche Zahl ist deine Lieblingszahl?

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